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„Heimat verteidigen“, Mama mag das

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Einige Aussage und Zusammenhänge des Stückes Heimat – eine Besichtigung des Grauens könnten die Bevölkerung verunsichern – für euch getestet.

Was ist am Narrativ Heimat so grauenvoll?

Ihren Anti-Heimatabend beginnen Thomas Ebermann und Thorsten Mense mit aktuellen Verwendungen des Begriffs Heimat. Von Volksmusik bis Grünen-Wahlkampf ist da fast alles dabei.

Dabei ist Heimat von Anfang an ein ausgrenzender Begriff. Und das ist echt noch sehr nett beschrieben. „Das Heimat“ beschreibt ursprünglich ein Wohnrecht mit Schlafstelle im Haus. Frauen und Menschen die heimatlos waren, haben kein Recht darauf. Dem, der kein Eigentum, keine Heimat, besaß, wurde noch im 19. Jahrhundert die Hochzeit verwehrt.

Thorsten Mense über Heimat 🔊🔊🔊

Weg bereitendes Narrativ für die Nazis

Daraus wurde über die Jahre (mit der Industrialisierung) das, was heute hinter Heimat steckt. Ein Mythos von einer heilen (Alpen-)Landschaft, in der traditionelle Geschlechterrollen vorherrschen, die Menschen weiß, bzw. der „deutschen Tradition“ angepasst sind.

So konnten auch diejenigen, die ursprünglich kein Recht daauf hatten Teil dieses symbolischen Begriffs. Die Sehnsucht nach ihr wurde Wegbereiter für die Nationalsozialisten, weil sie eine gemeinsame Identifikation schaffte, eine Brücke zu Dorf und Landkultur in einer kollektiven Deutschen Identität durch alle Klassen. Unabhängig von sozialer Schicht schafft dieses Narrativ eine Zusammengehörigkeit, die alle klassistischen Probleme der Gesellschaft nach außen projeziert.

Direkt nach dem zweiten Weltkrieg wird Heimat zum scheinbar harmlosen Codewort für „Blut und Boden“-Bestrebungen in Heimatvertriebenen-Bünden. Heute wird Recht und Schutz auf bzw. von Heimat vor Menschenrechte in der Flüchtlingskrise gestellt.

Heimat – Eine Besichtigung des Grauens
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Trotzdem möchten ausgerechnet Menschen, die sich als Linke verstehen zu gerne den Begriff Heimat neu definieren und positiv besetzen. Die bloße Kritik des Begriffs kann die Bevölkerung immens verunsichern, nein, aufbringen. Wer das tut, ist schnell Feind der Gesellschaft. 9 von 10 Deutschen finden Heimat wichtig – und zwar in seiner ideellen Bedeutung, die sich auch auf Sprache, Tradition und Kultur bezieht. So ist sie wohl ähnlich Hartz 4 ein weit in der Gesellschaft verbreitetes Narrativ.

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Aber Heimat kann auch etwas Positives sein!

„Zum Beispiel sie zu verteidigen“, sagt die bürgerliche deutsche Seele. „Das wurde ja von den Nazis auch nur missbraucht“, pflichtet jemand bei.

Heimat verträgt keine Differenz, keine Fremden. Wer heute ihr schwärmt, verdrängt die Erinnerung derer, die unter dem Begriff litten und starben. Wie kann soetwas in Deutschland jemals wieder positiv sein?

Nein!

Und nein, es wurde nicht von Rechten oder Nazis missbraucht. Der Begriff ist rechts. Schon immer gewesen. Warum sollten wir diesen Begriff „zurückerobern“? Milliarden Menschen weltweit drücken ihre Geborgenheit oder Aussagen darüber, wo sie sich zuhause fühlen aus, ohne ihn zu verwenden.

Thomas Ebermann und Thorsten Mense liefern unzählige Bezüge, Zitate und Debattenbeiträge, um dem Heimat-Narrativ zu begegnen. Wichtig, um einen zentralen Begriff der konservativen Revolte zu entzaubern.

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